Zwei große Jurybewertungen für Edelbrände gibt es in Österreich: die "Destillata" und
die "Spirit" des Gourmetführers A la Carte. Die Ergebnisse waren wie immer unterschiedlich,
weil wenige Brenner bei beiden Bewerben mitgemacht haben. Aber es gibt auch Gemeinsamkeiten.
Die wichtigste Gemeinsamkeit: Gesamt gesehen, kommen auch heuer wieder die besten Schnäpse aus
Oberösterreich.
Zwar haben die meisten Brenner nur bei einem der zwei Wettbewerbe mitgemacht, unter anderem deshalb,
weil die Teilnahme relativ teuer ist, aber es gibt auch Ausnahmen. Josef Hochmair aus Wallern bei
Wels zum Beispiel. Der seit vielen Jahren als Spitzenbrenner gerühmte Oberösterreicher wurde sowohl
von A la Carte als auch bei der Destillata unter die ersten drei gereiht.
"Bei genauer Analyse beider Schnapsbewertungen kann man beiden Jurys Kompetenz bescheinigen", sagt
der Linzer Experte Karl Narzt. "Die Verkostungen laufen ¸blind` ab und mit einem komplizierten Punktesystem.
Die Spitze war heuer so ausgeglichen, dass man, wie bei einem Skirennen, von Abständen im
Hundertstel-Bereich sprechen kann."
Bei der Destillata ging der Gesamtsieg ("Edelbrenner des Jahres") nach Salzburg, an Siegfried Herzog
in Saalfelden, auf dem zweiten Platz der Oberösterreicher Josef Hochmair. Den Titel "Newcomer des Jahres"
verleihen die Destillata-Juroren an einen Oberösterreicher: Willi Burgstaller aus Waldzell bei Ried kann
nun (leider) unter Freunden edler Brände nicht mehr als "Geheimtipp" gelten.
Bei der A-la-Carte-Bewertung kann sich Barbara Schosser aus Buchkirchen bei Wels über den Gesamtsieg
und den Titel "Meisterbrenner 2003" freuen. Auch der zweite und dritte Platz in der Kategorie
"Meisterbrenner" ging an Oberösterreicher: an Hans Reisetbauer (Axberg) und, wie schon erwähnt,
an Josef Hochmair. (hipe)
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