Das ehrgeizige Projekt, oberösterreichischen Bauernschnaps zu einem Qualitätsbegriff zu machen,
der auch international bestehen kann, ist aufgegangen. Der Arbeitskreis, vor drei Jahren unter
den Fittichen von Josef Plam von der Landwirtschaftskammer gegründet, tritt heuer zum ersten Mal
mit seiner Präsentation in der Tillysburg nicht nur vor die Gastronomie, sondern will auch
Privatkundschaft anlocken. Die Verkostung, bei der 200 Sorten von 20 Produzenten vorgestellt
werden, findet am kommenden Sonntag und Montag, jeweils ab 14 Uhr statt. Der Eintrittspreis
von 100 Schilling deckt die Selbstkosten der Bauern nur zum Teil.
Ziel der Schnapsbauern ist eine von Sommeliers getestete hohe Qualität. Die neuen Bestimmungen
unterscheiden vier Arten der bäuerlichen Brennerei: das kleine Abfindungsbrennrecht mit 100
Liter Weingeist, das mariatheresianische mit 300 Litern, den bäuerlichen Kleinverschleiß, zu
dem sich in Oberösterreich bisher zwei Produzenten, Max Schosser aus Buchkirchen und Hans
Reisetbauer jun. in Axberg, entschlossen haben. Eine vom Finanzamt installierte Meßuhr überwacht,
daß nicht mehr als 400 Liter gebrannt werden. Außerdem gibt es noch immer den Hausbrand, bei dem
die ersten 15 Liter als Haustrunk gelten und nicht zu versteuern sind.
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